Amt und Sitten



Das Burger- und Mandatenbuch
Burgerliche Geschlechter der Kirchgemeinde Bolligen
Allmosenkammer-Manual 1691
Das Chorgericht in Bolligen
Chorgerichts-Manual I
Chorgerichts-Manual II
Oberchorgerichts-Manual der Stadt Bern
Chorgerichts-Manual III
Vom Chorgericht zum Sittengericht
Sittengerichts-Manual





Oberchorgerichts-Manual der Stadt Bern

Staatsarchiv Bern, (St.A.B. B III, 586)
Staatsarchiv Bern, (St.A.B. B III, 658/55)

1683
17. Januar
Anneli Ärni
413. Anneli Ärni von Worlauffen erklagt sich, dass der Franzos Anthoine
Chamier Ihra der gantz Tag, so lang Er sich im Wirtshaus aufgehalten, Ihra
nachgezogen in der Stuben herumb, und sonsten wan sy in Keller gehen
wollen, Wyn zehohlen: Item dass Sy Ihme in dem Hausgang angetroffen, da
er sein (s:h:) Scham entblosst gehabt, und dass Er samt seiner Gesellschaft
gespihlt; Cog: den Hl. Predicanten zu Bolligen allhar zehalten.

414. Anthoine Chamier der Frantzoos wirt dessen, so Er von Hr. Zacharias
Güntisperger und des Anneli Ärni beklagt worden, zu red gestellt, leugnet
aber schier alles, ussert dass Er
an einem Sontag im Wirtshaus bey der
Papyrmühli getrunken und gespihlt.

421. (unter 19.1.1683)
Chamier der Frantzos ist über seine ausgestandene Gefangenschafft und
Versprechung der besserung mit einer guten Vermahnung erlassen.


1746
S. 16
Ärni Susanne
Beyligendes von dem Chorgericht zu Losann Mehhl. Zugesendtes Schreiben
in mehrerem zu vernemmen geben, was massen die Susanne Ärni von
Bolligen nicht nur, ohngeacht die aus ale und hierzu Solocitiert worden,
weder vor noch in Ihrer genist den Vatter Ihres Kinds ver----en wollen,
bederen auch die grösste Cramination, so Ihre doch anbefollen und
veranstaltet worden, Muhtwilliger wa.. verabsauert und noch Rato den Vatter
Ihres kinds anzugeben sich weigert; Diesen Casum nun haben Mehhl. des
oberen Chorgrichts nach Verheiss der Chorgrichts Satzung fol. 62. Ihrgml.
hiemit vortragen, und was weiter mit dieser Dirnen vorzunemmen, oder wie
sonsten Sellige anzusehen seye? Dere hochweisen verordnung
Respectuose erwahrten wollen. den 3. January 1746


1746
S. 46
Ärni Susanne
Durch einen Zedell von Meghr den Räthen wurden Meghr berichtet wie das
......unterem ......: wegen der Susanna Ärni von Bolligen, so zu Lausanne
kinds genesen, und weder vor «in» noch nach der genist den Vatter
desselben vernamsen wollen, erkennt: dass selbige solang von Ihr
Geb. stätt und Landen bannisiert werden solle, bis Sie der Gemeind
Bolligen, allwo dieses Kind sein Heymath haben solle, für dies sein
Burgerrecht fünfhundert Pfund erlegt und bezahlt haben werde, neben dem,
dass die Ärni dieses ihr Kind nach Nothdurft zu verpflegen und zu erhalten
schuldig sein solle.

Nicht das Chorgericht,
sondern der Rat hat hier
das Urteil gefällt.


1746
Seite 46